Lektion 3 – Das Werk … oder warum Äffchen keine Urheber sein können.

AffeKann ein Äffchen Urheber sein? Schauen wir uns das einmal näher an. In Lektion 2 haben wir gelernt, dass das Urheberrecht die finanziellen und die ideellen Interessen von Künstlern schützt.

Was wir bis jetzt noch nicht wissen: Auf was genau beziehen sich denn diese geschützten (finanziellen und ideellen) Interessen?

Hier hilft wieder ein Blick ins Gesetz: § 1 UrhG sagt, dass Urheber Schutz »für ihre Werke« genießen. Auch § 11 S. 1 UrhG sagt, dass der Schutz in »Beziehungen zum Werk« besteht. Folge: Es kommt darauf an, ob ein Werk hergestellt wurde oder nicht!

Und was genau ist jetzt ein solches Werk?

Wirft beispielsweise ein Äffchen Farbkugeln auf eine Leinwand – ist dann der Affe Urheber? Oder das Herrchen? Die richtige Antwort lautet natürlich: keiner von beiden! § 2 II UrhG besagt nämlich:

»Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.«

Und wie das in der Juristerei so ist, stehen Voraussetzungen nicht immer allgemeinverständlich und vollständig im Gesetz drin. Man muss sie manchmal einfach wissen. Unter »persönlich geistig« versteht man z. B., dass ein Mensch am Werk sein muss, kein Tier, daher auch nicht das Äffchen.

§ 2 I UrhG zählt beispielhaft die am häufigsten anzutreffenden Werkkategorien auf, d. h. Werke aus den Bereichen Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Fotografie, Film, bildende Künste und Wissenschaft. Diese Aufzählung ist aber nur beispielhaft und keinesfalls abschließend. Andere Werkarten sind nicht ausgeschlossen. Zudem ist natürlich nicht jede Melodie urheberrechtlich geschützt. Es müssen immer die Voraussetzungen eines Werks nach § 2 II UrhG vorliegen, die wir uns in den nächsten vier Lektionen noch ganz genau ansehen werden.

    Für heute merken wir uns:

    • Der finanzielle und ideelle Schutz des Urhebers besteht immer nur in seiner Beziehung zu seinem Werk.
    • Das Werk im Sinne von § 2 II UrhG hat vier Voraussetzungen:

  1. Menschliches Schaffen
  2. Wahrnehmbare Formgestaltung
  3. Geistiger Gehalt
  4. Schöpfungshöhe

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