Lektion 4 – Menschliches Schaffen ist kein Affentanz

Makake NarutoSchon wieder ein Affe? Klar! Why not!?

Beginnen wir mit einem skurrilen Fall, von dem Ihr vielleicht gehört habt: Die PETA hat im Namen des Affen Makake auf Feststellung der »Affen-Urheberschaft« geklagt. Dieser Klage hat ein US-Gericht Anfang 2016 eine Abfuhr erteilt. Weder der Affe, noch der Fotograf, der seine Kamera für einige Minuten unbeaufsichtigt ließ, seien Urheber des Fotos.

Gleiches gilt auch nach deutschem Urheberrecht: Wie wir in Lektion 3 bereits kurz angeschnitten haben, erfordert das Werk gemäß § 2 II UrhG immer ein menschliches Schaffen. Affentanz ist ja lustig, kann aber niemals urheberrechtlich geschützt sein (obwohl ja Ausdruckstänze urheberrechtlich schutzfähig sind). Das Gleiche gilt nach unserem Recht natürlich auch für das Affen-Selfie – (obowhl ich Affen super finde).

Für den Urheberrechtsschutz ist es übrigens egal, ob der Mensch volljährig, minderjährig oder geistig behindert ist. So kann auch ein Hypnotisierter ein urheberrechtlich geschütztes Werk schaffen.

Eigentlich ist diese erste Voraussetzung des urheberrechltlichen Werks ganz einfach: Es muss immer ein Mensch etwas tun. Die Entstehung des Werks muss also von menschlichem Handeln gesteuert sein, also »von Menschenhand«. Hilfsmittel sind natürlich erlaubt, denn kaum ein Künstler stellt ein Werk ohne Werkzeug her.

a) Beispiele für menschliches Handeln

So hat der Maler seinen Pinsel, der Bildhauer Hammer und Meißel, der Programmierer seinen Computer, der Komponist Feder bzw. Computer etc. Als Werkzeug dient dem heutigen Grafik-Designer selbstverständlich auch ein Grafikprogramm wie Adobe Photoshop. Eine Drohne, bei der der Pilot selbst darüber entscheiden kann, was er fotografiert oder filmt, wäre auch noch als menschliches Werkzeug zu werten.

b) Kein menschliches Handeln:

Kein menschliches Handeln liegt vor, wenn jemand einen Computer per Zufallsgenerator »malen« oder Melodien »komponieren« ließe. Auch alle Werke, die von Tieren hergestellt werden, fallen nicht darunter. Obwohl also Elefanten tatsächlich malen können, wäre ein solches Bild nicht durch das Urheberrecht geschützt. Und auch dressierte Tiere schaffen kein pantomimisches Werk, hatte das Landgericht München 1969 entschieden. Tiere noch als Werkzeug des Menschen zu bewerten, ginge wohl doch etwas zu weit. Ebenso wenig liegt ein menschliches Handeln vor, wenn ein Satellit automatisch jede Stunde ein Foto von der Erde schießt. Und vorgefundene, natürliche Gegenstände als Kunstwerke zu präsentieren, würde ebenfalls den urheberrechtlichen Schutz ausufern lassen.

Was merken wir uns heute?

Das Ergebnis von menschlichem Schaffen muss vom menschlichen Willen gesteuert sein.

 

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