Lektion 5 – Wahrnehmbare Formgestaltung bzw. warum ein Geistesblitz allein nicht genügt

Geistesblitz

Geistesblitz? – Nicht schutzfähig!

Geistesblitze alleine sind keine urheberrechtlich geschützten Werke – es fehlt die wahrnehmbare Formgestaltung. Urheberrechtlicher Schutz setzt immer voraus, dass ein Mensch das Werk mit Auge, Ohr und/oder Tastsinn wahrnehmen kann (also zumindest rein theoretisch). Deshalb sprechen wir auch von der wahrnehmbaren Formgestaltung.

Sehen wir uns ein paar Beispiele für wahrnehmbare Formgestaltung an:

  • Musik kann man in Form von Noten darstellen und folglich mit dem Auge wahrnehmbar machen. Man muss Melodien aber nicht zwingend auf Papier schreiben – auch wenn man sie hören kann, ist sie wahrnehmbar.
  • Ein Gemälde kann man mit dem Auge sehen.
  • Texte kann man mit dem Auge lesen. Texte, die in Blindenschrift verfasst sind und ertastet werden können, sind natürlich ebenso schutzfähig.
  • Skulpturen kann man entweder mit dem Auge sehen oder sie ertasten.
  • Filme sieht und hört man gleichzeitig.

Wie ein Werk wahrgenommen wird, kommt also auf die Art des Werks an. Weiterlesen

Lektion 3 – Das Werk … oder warum Äffchen keine Urheber sein können.

AffeKann ein Äffchen Urheber sein? Schauen wir uns das einmal näher an. In Lektion 2 haben wir gelernt, dass das Urheberrecht die finanziellen und die ideellen Interessen von Künstlern schützt.

Was wir bis jetzt noch nicht wissen: Auf was genau beziehen sich denn diese geschützten (finanziellen und ideellen) Interessen?

Hier hilft wieder ein Blick ins Gesetz: § 1 UrhG sagt, dass Urheber Schutz »für ihre Werke« genießen. Auch § 11 S. 1 UrhG sagt, dass der Schutz in »Beziehungen zum Werk« besteht. Folge: Es kommt darauf an, ob ein Werk hergestellt wurde oder nicht!

Und was genau ist jetzt ein solches Werk?

Wirft beispielsweise ein Äffchen Farbkugeln auf eine Leinwand – ist dann der Affe Urheber? Weiterlesen