©-Zeichen, Urhebervermerk und Copyright-Vermerk – Was hat es damit auf sich?

copyright iconBrauch ich ein ©-Zeichen oder brauch ich es nicht? Und was ist ein Copyright-Vermerk oder ger ein Urhebervermerk? Fragen über Fragen …

Wir müssen vor allem die folgenden beiden Begriffe unterscheiden: Copyright-Vermerk und Urhebervermerk. Der Urhebervermerk weist auf den Urheber eines Werks hin, während der Copyright-Vermerk auf den Rechteinhaber hinweist (Rechteinhaber kann eine vom Urheber verschiedene natürliche oder juristische Person sein).

1. Urhebervermerk

Gemäß § 10 UrhG wird derjenige als Urheber vermutet, dessen Name auf einem Vervielfältigungsstück eines erschienenen Werks oder auf einem Originalwerk steht (das gilt auch für digitale Fotos). Der Name muss in üblicher Weise aufgebracht werden.

Schreib‘ ich also »Mäxchen Müller« auf ein Ölgemälde, wird vermutet, dass Mäxchen Müller der Urheber ist und ein Dritter muss erst mal das Gegenteil beweisen. Bei Noten wird der Urheber üblicherweise zwischen Titel und der ersten Notenzeile angegeben. Bei Büchern steht der Name in der Regel auf der Titelseite, auf dem Buchrücken oder im Impressum. Bei Filmen werden die Filmurheber im Vor- oder Abspann angegeben.

Bei Digitalbildern kann es auch genügen, dass der Name im Impressum einer Homepage steht oder wenn er unterhalb des Bildes abgebildet wird.

Wer also urheberrechtliche Ansprüche geltend macht, muss dank des Urhebervermerks nicht mehr beweisen (z. B. durch Zeugen), dass er das Werk hergestellt hat. Ein Maler müsste sonst immer mit Zeugen oder anderen Beweismitteln beweisen, dass er das Werk hergestellt hat, wenn er nicht seinen Namen auf das Bild pinseln würde.

2. Copyright-Vermerk

Der Copyright-Vermerk stammt aus dem anglo-amerikanischen Recht und bezeichnetet die natürliche oder juristische Person, die das Copyright hat (also das Nutzungsrecht). Das kann der Urheber selbst sein, aber auch ein Unternehmen, wie z. B. ein Musik-Label, wenn der Urheber diesem das Nutzungsrecht eingeräumt hat. Bis 1988 musste man den Copyright-Vermerk auf ein Vervielfältigungsstück anbringen, sonst konnten die Rechte des Inhabers erlöschen. Seit 1989 entsteht das Urheberrecht aber auch in den USA automatisch – ganz ohne Copyright Vermerk. Ein Copyright-Vermerk besteht aus vier Elementen:

  • »Copyright« oder »©«
  • Jahr, in welchem das Werk entstanden ist
  • Name des Rechteinhabers
  • Rechtevorbehalt

Sah dann z. B. so aus:

Copyright 1988 Mäxchen Müller GmbH. – All rights reserved.

Der Copyright-Vermerk hat im deutschen Urheberrecht streng genommen keine Funktion. Ihn gibt’s sozusagen nicht. Er kann aber als Urhebervermerk, also als »Fingerzeig« auf das Urheberrecht (siehe oben, Ziffer 1) interpretiert werden, nämlich dann, wenn er auf eine natürliche Person hinweist und das als übliche Urheberbezeichnung aufzufassen ist. »Copyright« und »©« haben sich mittlerweile als Hinweis auf das Urheberrecht auch im deutschen Urheberrecht etabliert.

Wenn ich also unter meine Webseite »Copyright © 2016 Maximilian Greger – Alle Rechte vorbehalten.« schreibe, dann ist das gleichzeitig als Urheberbezeichnung zu interpretieren, weil es nun mal so üblich ist, die Webseiten-Urheberschaft so zu kennzeichnen. Ich könnte aber wahrscheinlich auch einfach schreiben »Die Inhalte dieser Seiten stammen von Maximilian Greger«.

3. Brauch‘ ich einen Urhebervermerk?

Nein. Das Urheberrecht entsteht nach deutschem Urheberrecht automatisch, sobald ein Werk hergestellt wird. Dazu könnt Ihr mal die ersten ©-Lektionen lesen, wenn Ihr wollt…

Trotzdem kann ich den Urhebervermerk nur empfehlen! Warum?

  • Zum einen weiß dann jeder, dass das Werk urheberrechtlich geschützt ist, wird also ggf. schon von vorn herein abgeschreckt.
  • Zum anderen – und das ist sehr wichtig – wird derjenige als Urheber vermutet, dessen Name auf dem Werk steht.
Fazit: Urhebervermerk bzw. Copyright-Vermerk brauch‘ ich nicht, sind aber aus zwei Gründen sinnvoll:

    • Abschreckung
    • Urhebervermutung


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